Matcha zubereiten: Schritt für Schritt, ohne dass er bitter wird
Die meisten, die sagen, sie mögen keinen Matcha, haben ihn mit kochendem Wasser aufgegossen. Temperatur, Menge und die Art des Rührens erklären fast den gesamten Unterschied zwischen einer guten und einer bitteren Tasse — und keines der drei erfordert teures Zubehör.
Die Wassertemperatur entscheidet fast alles
Das ist der mit Abstand häufigste Fehler. Bei 100 °C wird Matcha innerhalb von Sekunden bitter und adstringierend, weil sich Catechine und Koffein schlagartig lösen und die süßeren Aminosäuren überdecken.
Der Zielbereich liegt bei rund 80 °C. Sie brauchen dafür kein Thermometer: Wasser aufkochen, den Kessel zwei bis drei Minuten stehen lassen, fertig. Wer es genauer mag, gießt kochendes Wasser einmal in eine zweite Tasse um — jeder Umguss kostet etwa 10 °C.
Bei hochwertigem, sehr süßem Pulver gehen manche noch weiter herunter, bis 70 °C. Bei einer Fertigmischung ist das unnötig: dort ist der Geschmack ohnehin milder abgestimmt.
Die richtige Menge — und warum weniger am Anfang besser ist
Als Ausgangspunkt gilt etwa ein gestrichener Teelöffel auf 70 bis 100 ml Wasser. Das ist die Zubereitung, die im Japanischen Usucha heißt, „dünner Tee“ — und das, was ein Café Ihnen serviert.
Wenn Sie noch nie Matcha getrunken haben, fangen Sie mit der Hälfte an und steigern über eine Woche. Matcha schmeckt pflanzlich und herzhaft, nicht sofort gefällig wie ein Aromatee. Fast jeder, der Matcha „hasst“, hat mit voller Dosis und kochendem Wasser angefangen.
Der Vollständigkeit halber: Koicha, „dicker Tee“, verwendet die zwei- bis dreifache Menge auf dieselbe Wassermenge und wird geknetet statt geschlagen. Es lohnt sich, den Begriff zu kennen, damit ein Rezept mit vier Gramm nicht wie ein Druckfehler wirkt. Für Fertigmischungen ist diese Zubereitung nicht gedacht.
Besen, Milchaufschäumer oder Löffel
Matcha löst sich nicht auf, er bleibt in Schwebe. Deshalb braucht er mechanische Hilfe, sonst sinkt er als Klumpen zu Boden.
Der Bambusbesen (Chasen) wird in einer zügigen W- oder M-Bewegung geführt, nicht im Kreis: Kreisen schiebt das Pulver nur an den Schalenrand. Nach etwa fünfzehn Sekunden entsteht die feine Schaumschicht.
Ein kleiner elektrischer Milchaufschäumer macht dieselbe Arbeit für einen Bruchteil des Preises und ist in einer Tasse leichter zu handhaben als ein Besen, der eigentlich eine breite Schale braucht.
Ein Löffel genügt auch — unter einer Bedingung: Sieben Sie das Pulver vorher. Matcha verdichtet sich in der Dose, und die Klumpen, die Sie hinterher im Getränk finden, waren schon vor dem Wasser da. Ein kleines Teesieb und der Rücken eines Löffels erledigen das in zehn Sekunden.
Eismatcha und Matcha Latte: auf die Reihenfolge kommt es an
Kaltes Wasser verteilt das Pulver nicht — das ist der Grund, warum Eismatcha zu Hause so oft misslingt. Die Lösung ist die Reihenfolge: zuerst mit zwei, drei Löffeln lauwarmem Wasser eine glatte Paste anrühren, dann kaltes Wasser und Eis dazugeben.
Für einen Latte dieselbe Paste herstellen und die Milch oder den Pflanzendrink darübergießen. Haferdrink ist die übliche Wahl, weil seine Süße die Adstringenz ausgleicht und er gut schäumt; Sojadrink flockt gegen die Säure von Matcha manchmal leicht aus.
Wer es süß mag, nimmt Honig oder Sirup — und zwar in die warme Paste, nicht in das fertige kalte Getränk, weil sich Süßungsmittel in kaltem Wasser schlecht lösen.
Aufbewahrung: warum Ihr Matcha nach einem Monat anders schmeckt
Matcha nimmt Schaden durch Luft, Licht, Wärme und Feuchtigkeit — also durch so ziemlich alles, was auf einer Küchenarbeitsplatte neben dem Wasserkocher passiert. Genau dort steht die Dose bei den meisten Menschen.
Richtig ist: dicht verschlossen, im Schrank, weg vom Herd und vom Fenster. Kühlschranklagerung funktioniert, aber lassen Sie die Dose vor dem Öffnen Raumtemperatur annehmen, sonst schlägt sich Kondenswasser im Pulver nieder und richtet genau den Schaden an, den Sie vermeiden wollten.
Ein verlässlicher Test ohne Messgerät ist die Farbe: frischer Matcha ist leuchtend jadegrün. Wird er stumpf, oliv oder gelblich, hat er Aroma verloren — trinkbar bleibt er, interessant nicht mehr.
Fragen
Warum schmeckt mein Matcha bitter?
Fast immer war das Wasser zu heiß. Lassen Sie den Kessel nach dem Kochen zwei bis drei Minuten stehen und nehmen Sie anfangs etwas weniger Pulver.
Brauche ich einen Bambusbesen?
Nein. Ein kleiner elektrischer Milchaufschäumer leistet dasselbe, und ein Löffel genügt, wenn Sie das Pulver vorher sieben. Der Besen ist schöner, nicht notwendig.
Warum hat mein Eismatcha Klümpchen?
Weil das Pulver direkt ins kalte Wasser kam. Rühren Sie es zuerst mit wenig lauwarmem Wasser glatt und geben Sie dann erst kaltes Wasser und Eis dazu.
Welche Milch passt am besten?
Haferdrink ist die gängige Wahl: seine Süße gleicht die Adstringenz aus und er schäumt gut. Sojadrink kann gegen die Säure von Matcha leicht ausflocken.
Wie viel Pulver pro Tasse?
Etwa ein gestrichener Teelöffel auf 70 bis 100 ml. Wer neu anfängt, nimmt die Hälfte und steigert über eine Woche.
Kann ich Matcha im Mixer zubereiten?
Ja, für größere Mengen oder Lattes funktioniert das gut. Für eine einzelne Tasse ist der Reinigungsaufwand größer als der Gewinn.